Das Schokoladen-Osterei: Eine Erfindung aus Italien

Das Schokoladen-Osterei: Eine Erfindung aus Italien

Jedes Jahr zu Ostern liegen sie in Körben, im Gras und in Supermarktregalen: Schokoladen-Eier in allen Größen. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich? Die meisten würden auf die Schweiz tippen, vielleicht auf England. Die wahre Antwort überrascht: Das Schokoladen-Osterei hat seinen Ursprung in Turin, der Schokoladenhauptstadt Italiens.

Turin und die Schokolade: eine alte Liebesgeschichte

Bereits 1560 brachte der Savoyische Herzog Emanuele Filiberto die Schokolade nach Turin, zu einer Zeit, als Kakao in Europa noch ein absolutes Luxusgut war. 1678 erließ der Hof ein königliches Dekret, das die gewerbliche Schokoladenherstellung offiziell erlaubte. Aus diesem Boden entstanden über Jahrhunderte legendäre Schokoladenhäuser und Erfindungen, die die süße Welt bis heute prägen: der Gianduiotto, die Gianduja-Haselnusscreme und das hohle Schokoladen-Ei.

Die Überraschung kommt aus Turin

Der Legende nach war es bereits um 1700 in Turin üblich, ein kleines Geschenk in einem Schokoladen-Ei zu verstecken. Die Konditoren der Casa Sartorio entwickelten ein Patent für rotierende Formen, mit denen gleichmäßig dünne, hohle Schokoladenschalen hergestellt werden konnten. Die technische Grundlage für das Überraschungs-Osterei, erfunden in Piemont, lange vor Kinder Überraschung.

1828: Das Ei wird Massenware

Was in Turin als Handwerkstradition begann, wurde 1828 durch eine niederländische Erfindung zur Massenware: Der Chemiker Van Houten entwickelte eine Kakaobutterpresse, die es erstmals erlaubte, Schokolade industriell in Formen zu pressen. Die englische Firma Cadbury griff das auf und produzierte ab 1875 als einer der ersten Hersteller Ostereier in Serie. Was einst ein piemontesisches Handwerk war, wurde so zum weltweiten Osterbrauch.

Das Uovo di Pasqua: In Italien ist das Ei noch immer Kult

In Italien wird das Schokoladen-Osterei, das Uovo di Pasqua, bis heute ernst genommen. Eier werden beim Chocolatier bestellt, sind oft handgefertigt und können kiloschwer sein. Die Überraschung im Inneren, la sorpresa, ist kein billiges Plastikspielzeug, sondern ein durchdacht gewähltes Geschenk. Städte wie Turin und Perugia produzieren bis heute Oster-Eier in Handarbeit, darunter das Traditionshaus Perugina, bekannt für seine Baci-Pralinen, und La Perla di Torino, dessen Eier Schokoladenhandwerk auf höchstem Niveau zeigen.

Zum Abschluss: Das Ei, das vier Pferde brauchte

Vom Sonnenkönig Ludwig XIV. wird berichtet, er habe einer Freundin zu Ostern ein Schokoladen-Ei geschickt. So groß, dass es von vier Pferden gezogen werden musste. Ob die Geschichte stimmt oder nicht: Sie zeigt, dass das Schokoladen-Ei schon damals weit mehr war als eine Süßigkeit. Es war ein Statement.

Das nächste Mal, wenn du ein Osterei aufbrichst und die Überraschung herausfällst, weißt du: Grazie, Torino.

Frohe Ostern von den Feinkostdealern 🐣🍫

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